Hausgebrautes Bier

 

Tom Wolf  lehrt Bierliebhaber das Selbstbrauen

 

Putlitz   Bierbrauen war über viele Jahrhunderte Bestandteil der täglichen Hausarbeit der Frauen. In jeder Küche können aber auch heute Hausfrau und Hausmann mit normalem Hausgerät Bier brauen. Eigentlich braucht man bloß zwei Töpfe, etwas Know-how und einen Anstoß.

 

Tom Wolf hilft gern allen, die schon immer mal selbst brauen wollten, auf die Sprünge. Er ist als selbsternannter mobiler Hausbauberater in der Prignitz unterwegs und lässt ohne Umschweife jeden, den es interessiert, das erste Hausbräu brauen. Learning by Brewing lautet seine Devise, auf deutsch: Lernen beim Brauen. Tom Wolf betont, dass er gelernter Brauer und Mälzer sei, fügt aber augenzwinkernd hinzu: selbstlernender Hausmälzer und Hausbrauer.

 

Seit er denken kann, beschäftigt er sich mit dem Herstellen eigener Speisen und Getränke. Auf dem Grundstück in Putlitz ging es seit 2011 in die Vollen: Obstbau, Weinbau, Bierbrauerei. Inzwischen haben viele alte Bierrezepturen und Brautechniken in den Wolfschen Kesseln ihre Wiedergeburt erlebt. Dabei gibt, wie in der Craft-Beer-Bewegung, das Reinheitsgebot manchmal, aber nicht immer den Ton an.

 

So wachsen in Tom Wolfs Garten in Putlitz einige alte Bierkräuter, die er beim Brauen verwendet. Der Hopfen, erklärt er zum Beispiel, war bereits seit dem neunten Jahrhundert Bestandteil des Brauprozesses - aber als Teil einer umfangreicheren Mischung - der Grut. Die meisten dieser Kräuter sorgten für die Bittere und die Haltbarkeit des Bieres. Einige waren auch gut für die Aromatisierung.

 

Alles was man übers traditionelle Hausbrauen wissen muss, erfährt man im „Praxiskurs für Braulustige“, der zum Beispiel nach Hause auf den Hof bestellt werden kann und sich auch als unterhaltsames und lehrreiches Begleitprogramm für Familientreffen, Feste oder Firmenjubiläen eignet. Am Ende können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr erstes Hausgebrautes mit Hefe ins Gärfass füllen. Bis zur Verkostung gibt Tom Wolf noch Hilfeleistung!

 

Neben Haus- und Hofbesuchen gibt es auch feste Termine an einem spannenden Ort: im Landhotel & Brauhaus Prignitzer Hof in Buchholz. Für 65 Euro gibt es ein kleines Mittagessen zur Stärkung (mit Rico Knorrs Hausgebrautem!) und einen kompletten Durchgang durch den Hausbrauprozess. Zudem gewährt Haus- und Brauherr Rico Knorr Einblick in seine hypermoderne Gasthausbrauerei.

 

Anmeldung telefonisch oder per eMail: 033981 50877, tom@prignitz-bier.de Weitere Informationen (auch zur Rechtslage) findet man auf der Homepage: www.prignitz-bier.de

 

 

 

„Braukurse für Braulustige“

 

Brauen lernen für alle

 

Seit der Schriftsteller und Krimiautor Tom Wolf in Putlitz lebt, hat er die Kunst des Bierbrauens für sich entdeckt. Aufgewachsen ist er in Hessen. „Die Landwirtschaft und das Braugewerbe war schon ein fester Bestandteil meiner Kindheits- und Jugenderinnerungen“, so Tom Wolf. „Als Kind hielt ich das Bier für ein sehr merkwürdiges Getränk, es hat mir nicht geschmeckt.“
Zu Studienzeiten in der fränkischen Biermetropole Bamberg allerdings kam er auf den Geschmack. Später hat er einem Studienfreund bei dessen Bierlexikon zugearbeitet. „Ich habe Brauereien besucht, unbekannte Biersorten gesammelt und mich mehr und mehr für das Thema interessiert“, berichtet Tom Wolf. Mit dem Roman „Der Bierkrieg“ aus dem Jahr 2008 kam der Schriftsteller dann zum eigenen Bierbrauen. „Wenn ich Krimis schreibe, versuche ich alles nachzuleben, was ich beschreibe.“, erzählt er. „Beim Krimi über den Salzwedeler Bierkrieg von 1488 war ich im Geiste schon mittelalterlicher Bierbrauer. Klar, dass ich dann auch in medias res gegangen bin!“
Vor sechs Jahren kam er in die Prignitz. Hier möchte er in den nächsten Jahren seine eigene kleine Brauerei aufbauen. Doch die Situation vor Ort ist schwieriger, als er zuvor dachte. „Viele Behördengänge sind damit verbunden. Zudem ist es schwierig, das Interesse der einheimischen Biertrinker auf regionale Neuerungen zu lenken. Jeder kann doch auch Bier zuhause selbst herstellen und wird erstaunt sein, dass es besser schmeckt, als die gekaufte Stammmarke.“ stellt Tom Wolf fest.  Als ersten Schritt zur regionalen Kleinbrauerei bietet er daher nun Praxisseminare zum Hausbrauen an. „Jedes Wochendende werden zwei Termine im Landhotel und Brauhaus Pritzwalker Hof in Buchholz angeboten. Ich kann mit meinem Equipment zu den Interessenten nach Hause kommen. „Auch zu mir nach Putlitz lade ich ein“, informiert der Hausbierbrauer. Vom Mälzen bis zum Abfüllen wird binnen vier bis sechs Stunden alles Wichtige erklärt. „Am Ende wird zu den 25 Litern die Hefe dazugegeben, bevor der etwa einwöchige Gärungsprozess beginnt. Nach sechs Wochen wird verkostet“, so Tom Wolf.
Drei Punkte sind ihm beim Bierbrauen besonders wichtig: Ökologie, Regionalität und Spezialität. „Mein Ziel ist es, das Bier mit Zutaten aus der Region interessanter und spannender zu machen. Alles was man dafür braucht findet man hier in der Umgebung“, so der Schriftsteller. So klein und häuslich wie möglich soll handwerklich gearbeitet werden. „Pulver und Wasser einzufüllen und auf einen Knopf zu drücken, das ist für mich kein Bierbrauen“, sagt Tom Wolf. Seiner Meinung nach ist die deutsche Brautradition in Gefahr, wenn das Wissen ums Hausbrauen verloren geht. Das soll sich nun mit seinem regionalen Rekultivierungsprogramm und den angebotenen Veranstaltungen ändern. Am 22. September wird Tom Wolf um 19 Uhr in der Pfarrscheune Putlitz über das Bierbrauen zu Luthers Zeiten referieren – mit anschließender Verkostung mittelalterlich gebrauten Bieres. Doch trotz der Biervorträge, Bierseminare und der geplanten Brauerei wird es selbstverständlich weitere spannende Romane vom Schriftsteller Tom Wolf geben.

 

Hopfenernte in Putlitz

Hausbrauer Tom Wolf hopft mit Dolden aus dem eigenen Garten

Was braucht ein richtiges Bier? Hopfen und Malz! Hausbrauer Tom Wolf in Putlitz produziert beides selbst. Nachdem er regionale Gerste gemälzt hat, geht es jetzt an die Hopfenernte. Auch wenn der Sturmwind einige ultralange Bohnenstangen umgeknickt hat – den unverwüstlichen Pflanzen war das einerlei. Rasch haben sie die nächstbeste Weide oder ein Schuppendach für ihre Ausbreitung genutzt. Jetzt wird der Hopfen reif. Tom Wolf nimmt einen der gelbgrünen Zapfen und rollt ihn zwischen den Fingern: Es raschelt ein bisschen. Das Hopfenharz ist goldgelb, die Spitzen der Deckblätter färben sich braun. Idealer Erntezeitpunkt, sagt Tom Wolf und schnuppert am zerriebenen Hopfen. Am wichtigsten fürs Bierbrauen ist vor allem der im Harz der Hopfendrüsen enthaltene Bitterstoff alpha-Lupulinsäure, verrät er. Der wird beim Würzekochen gelöst und erhöht die Haltbarkeit des Bieres. Hopfeneiweiße stärken zudem den Schaum. Während des Reifens gibt Tom Wolf beim Kalthopfen die frisch geernteten Dolden direkt ins werdende Bier. Das bringt das volle Aroma, sagt er.  Mehr übers häusliche Bierbrauen erfährt man bei seinen Kursveranstaltungen „Brau Dein Bier“. Kleingruppen werden zuhause besucht oder im „Brauhaus Prignitzer Hof“ in Buchholz unterrichtet. Näheres zu den Konditionen erfährt man auf der Prignitz-Bier-Homepage: www.prignitz-bier.de oder telefonisch: 033981 508677. Am 22. September 2017 um 19 Uhr referiert Tom Wolf in der Putlitzer Pfarrscheune übrigens übers Bierbrauen zur Lutherzeit.